Bei vielen Krankheiten gilt: Werden sie rechtzeitig erkannt, kommt man im besten Fall dem großen Knall zuvor. Das trifft auch auf das Vorhofflimmern zu, die häufigste Herzrhythmusstörung. Bleibt sie unerkannt und unbehandelt, steigt nämlich das Risiko für Schlaganfälle.
Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung gehen 20 bis 30 Prozent der Schlaganfälle, bei denen ein Blutgefäß im Gehirn verstopft, auf Vorhofflimmern zurück.
Bei einem Vorhofflimmern kommt es zu ungeordneten elektrischen Impulsen in den Vorhöfen der Herzkammern. Kurz: Das Herz gerät aus dem Takt. Die Folge sind gestörte Blutströmungen, wodurch sich im Herzen Blutgerinnsel bilden können, wie die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe erklärt. Wandert so ein Blutpfropf ins Gehirn, wird es gefährlich.
Atemnot, Herzstolpern, Brustschmerzen? Ab zum Arzt
Gut also, wenn man die Signale des eigenen Körpers ernst nimmt. Typische Anzeichen für Vorhofflimmern sind der Deutschen Herzstiftung zufolge:
- Herzstolpern
- unregelmäßiger und schneller Puls
- Atemnot
- Druckgefühl oder Schmerzen im Brustkorb
- Schwindel
In aller Regel setzen die Symptome plötzlich ein und hören innerhalb von 24 Stunden von einem Moment auf den nächsten wieder auf.
Wer diese Symptome erlebt, sollte sich einmal von Arzt oder Ärztin durchchecken lassen. Mithilfe eines EKG bzw. Langzeit-EKG lässt sich feststellen, ob sich hinter den Beschwerden ein Vorhofflimmern verbirgt.
Pulsmessung kann entscheidenden Hinweis liefern
Tückisch: Ein Vorhofflimmern hat längst nicht immer Symptome im Gepäck. Die Deutsche Herzstiftung verweist auf Schätzungen, wonach bei bis zur Hälfte der Betroffenen das Vorhofflimmern keine oder kaum merkliche Beschwerden mit sich bringt.
Daher raten Herz-Experten, regelmäßig den Puls zu messen - vor allem, wenn man über 65 Jahre alt ist und/oder Bluthochdruck hat. Zeigen sich dabei Unregelmäßigkeiten, kann das den entscheidenden Hinweis auf ein unentdecktes Vorhofflimmern liefern.
So lässt sich die Erkrankung behandeln
Es gibt verschiedene Behandlungsoptionen. Eine Möglichkeit sind Medikamente, die den Herzschlag wieder in einen normalen Takt bringen. Oft kommen auch sogenannte «Blutverdünner» zum Einsatz. Das sind Medikamente, die das Risiko für Blutgerinnsel - und damit für Schlaganfälle - senken.
Zudem gibt es die Möglichkeit einer Katheterablation. Das ist ein minimalinvasiver Eingriff am Herzen, bei dem die elektrischen Störfelder im Vorhof verödet werden. In anderen Fällen wird in einem operativen Eingriff die Lungenvene isoliert, um das Vorhofflimmern «abzuschalten».
Gesunder Lebensstil senkt Risiko
Mit einem gesunden Lebensstil lässt sich viel für die Gesundheit des Herzens tun. Und damit auch das Risiko für Vorhofflimmern senken. Das Portal «gesundheitsinformation.de» nennt als Maßnahmen unter anderem einen Rauchstopp, eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht und regelmäßige Bewegung.

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